Dezembertag Limburg an der Lahn

Ein magischer Dezembertag in Limburg an der Lahn

Eine kleine Stadt, geschlängelte Straßen, ein feierlicher Weihnachtsmarkt, wärmender Glühwein, gebackene Maronen, Apfelstrudel mit Vanillesoße und sehr viel Ruhe. Wir haben einige schöne Stunden in einer der ältesten Städte Deutschlands verbracht – Limburg an der Lahn.

Limburg ist 27 Kilometer von Rennerod entfernt, wo Deians Onkel wohnt. Eines morgens entschlossen wir uns, die Stadt zu besuchen, damit auch Alina sie sehen kann. Weniger als eine halbe Stunde dauerte die Autofahrt; wir parkten in der Nähe des Bahnhofs und brachen zu Fuß Richtung Stadtzentrum auf. Dort ist jedes Jahr der Limburger Weihnachtsmarkt zu finden, der bis zum 30. Dezember läuft – eine Woche länger als die meisten Weihnachtsmärkte in Deutschland.

Als wir im Zentrum ankamen, begann es, festlich zu schneien. Wir schlängelten uns durch enge Gassen und begutachteten die bunten Fachwerkhäuser. Durch die Stadt fließt die Lahn und eigentlich wollten wir auch entlang des Flusses spazieren gehen, jedoch waren die Wege eingefroren.

Eine kurze Einführung in die Stadtgeschichte

Die Stadt taucht in öffentlichen Dokumenten erstmals im Jahr 910 auf, jedoch wurde die Burg früher gebaut. Im Jahr 1150 entstand die erste hölzerne Brücke über die Lahn und zu jener Zeit führte auch die Straße von Köln nach Frankfurt am Main durch Limburg. Vier Jahre lang war Limburg an der Lahn sogar die Hauptstadt des Freistaats Flaschenhals, weil sie eine unbesetzte Stadt der Weimarer Republik war.

Limburger Dom

Während unseres Spazierganges bewunderten wir die schönen Gebäude des historischen Stadtzentrums und besuchten auch den Limburger Dom, eine bemerkenswerte katholische Konstruktion, die im Jahr 1235 eingeweihte wurde. Die Kathedrale befindet sich auf dem Limburger Felsen über der Lahn und ist aus großer Entfernung sichtbar. Das Innere der Kathedrale ist sehr geräumig, gut beleuchtet und entzückt mit verspielten Details. Dank einer umfassenden Renovierung sieht die Kathedrale inzwischen wieder so aus, wie sie ursprünglich entworfen wurde.

Das historische Zentrum in Limburg an der Lahn

Im Stadtzentrum Limburgs befinden sich viele Fachwerkhäuser aus dem 13. bis 19. Jahrhundert. Sie alle ähneln sich, sind sehr hoch gebaut und haben Geschäfte im Erdgeschoss, die zum Bummeln einladen.

Limburg an der Lahn umherstreifend

Das gesamte historische Stadtzentrum wurde 1972 komplett restauriert. Zu unserer Freude konnten wir viele berühmte Häuser anschauen, darunter das Haus Kleine Rütsche 4, das Haus der sieben Laster, *Werner Senger Haus, Rathaus sowie die Gebäude im Fischmarkt; der Name des Marktplatzes stammt von dem Wort aus dem limburger Dialekt Fismart (Wollmarkt).

Fachwerkhäuser Limburg an der Lahn

Ebenfalls interessant ist das Haus Römer 2–4–6, welches 1289 errichtet wurde und zu den ältesten Fachwerkhäusern des Landes zählt. In seinem Garten wurde eine Mikwe gefunden, ein jüdisches Tauchbad, welches zur Reinigung ritueller Unreinheit verwendet wurde.

In Limburg gibt es auch eine alte Steinbrücke aus dem 14. Jahrhundert (Alte Lahnbrücke), in deren Mitte sich die Statue des Schutzpatron Johann von Pomuk befindet. Auch sehenswert ist die denkmalgeschützte Hofanlage Walderdorffer Hof, die 1665 erbaut wurde. Ebenfalls im Zentrum befindet sich ein Monument für den Baron Friedrich von Hattstein, der 1357 zum Stadthauptmann ernannt wurde.

Enge Gassen Limburg an der Lahn

Altstadt Limburg an der Lahn

Viele weitere Gebäude faszinierten uns mit ihrer Schönheit. Wir hoffen, irgendwann im Frühling oder Sommer zurückzukehren, um das Stadtzentrum erneut zu erkunden und an Festivals teilzunehmen.

Schaufensterbummeln in Limburg an der Lahn

Den Rest des Tages haben wir mit Schaufensterbummeln im Stadtzentrum verbracht, wir haben bei Nordsee Fisch gegessen, zwei Desserts geteilt (Apfelstrudel und Käsekuchen) und uns die Stände des Weihnachtsmarktes angeschaut.

Schaufensterbummeln Limburg an der Lahn

Alina die Stadt sehr gut gefallen, genauso der Lavendelgeruch im Zentrum sowie die Läden mit Schokolade. Die bunten Fachwerkhäuser haben sie überzeugt, irgendwann noch einmal Limburg an der Lahn zu besuchen. Deian erinnerte sich daran, wie er morgens früh aufstehen musste, um von Rennerod nach Limburg zur Fachhochschule zu fahren. Dennoch freute er sich über die Rückkehr in die Stadt, in der er so viel Zeit verbracht hatte.

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