mobiles internet in rumänien

Mobiles Internet in Rumänien – als digitaler Nomade immer online sein

Rumänien ist für seine schnellen kabelgebundenen Internetanschlüsse bekannt – ist mobiles Internet in Rumänien genauso flott?

Ein digitaler Nomade kommt nicht ohne Internet aus. Der nachfolgende Ratgeber zeigt euch alles, was ihr wissen müsst, um gutes mobiles internet in Rumänien zu finden.

Die rumänische Autorität für die Administration und Regulierung der Kommunikationen (ANCOM) publiziert regelmäßig Statistiken, die Aufschlüsse über die Internetgeschwindigkeiten mobiler Anschlüsse aller Anbieter Rumäniens geben. Die Daten werden mithilfe des Internetportals netograf.ro aufgenommen, welches von ANCOM für rumänische Bürger (und Besucher des Landes) entwickelt wurde. Das Ziel: Daten anbieten, die die Internetgeschwindigkeit realitätsnah widerspiegeln.

Mobiles internet in Rumänien – die Geschwindigkeit testen

Für die nachfolgende Tabelle haben wir die aktuellsten Daten (Q3 2016) von Prepaid-Angeboten dargestellt:

AnbieterDownload außen (Mbps)Download innen (Mbps)Upload außen (Mbps)Download innen (Mbps)Ping außen (ms)Ping innen (ms)
Vodafone46.4626.5519.7612.3477.3370.11
Orange25.5334.068.2611.0487.5293.32
Telekom9.1213.734.996.2270.7897.25

Nicht vergessen: Die Daten zeigen die durchschnittliche Geschwindigkeit; diese muss nicht zwingend eure Erfahrung widerspiegeln. Wir zum Beispiel waren im Februar 2017 in Râmnicu Vâlcea und erhielten die nachfolgenden Daten mit einer Prepaid-Karte von Vodafone1:

Download innen (Mbps)Download innen (Mbps)Ping innen (ms)
21.3013.2559.74

Unsere Ergebnisse sind mit denen von netograf.ro vergleichbar. Bedenkt dabei: Wir haben den Test an einem Freitagabend um 22 Uhr ausgeführt. Wir wollten prüfen, ob die Geschwindigkeit akzeptabel ist, wenn viele Menschen online sind.

geschwindigkeitstest ubuntu bittorrent
Geschwindigkeitstest beim BitTorrent-Download von Ubuntu 16.10

Testet auch mithilfe von öffentlichen Torrents oder mithilfe von Downloads über HTTP/FTP.

Was ihr noch berücksichtigen müsst: Traut niemals ausschließlich einem Geschwindigkeitstest, der über eine Webseite ausgeführt wurde. Wie ihr in dem obigen BitTorrent-Test sehen könnt, erhielten wir ein besseres Ergebnis von 26 Megabits pro Sekunde (Mbps) – und das über eine drahtlose Verbindung zu einem MacBook Pro 13″ Late 2016 um Mitternacht an einem Montag.

Wir haben einen weiteren Test ausgeführt: Dieses Mal morgens um acht Uhr und über HTTP. Dabei haben wir eine ISO-Datei von Ubuntu 16.04 mit vier Megabyte pro Sekunde heruntergeladen, was 32 Megabit pro Sekunde entspricht.

Eine gute Prepaid-Karte wählen

Prepaid-Karten findet man recht einfach in Rumänien. Geht einfach zu einem der vielen Läden von Vodafone, Telekom oder Orange und fragt nach einer Prepaid-Karte. Diese werden im Regelfall mit Guthaben (etwa fünf Euro) angeboten. Achtung: Die Verkäufer fragen in den meisten Fällen nach einem Ausweis.

Als Faustregel gilt: Bevor ihr eine Prepaid-Karte kauft, solltet ihr auf der Webseite des Anbieters die neusten Angebote prüfen, auch wenn diese in rumänischer Sprache sind. Oder: Geht zu den Läden und fragt nach aktuellen Angeboten. Sagt den Verkäufern, dass ihr nach Prepaid-Angeboten mit möglichst großen Datenvolumen interessiert seid.

Vodafone

Wir haben Vodafone gewählt, als wir in Rumänien waren – und zwar aus einem simplen Grund: Sie haben recht gute Prepaid-Angebote mit viel Datenvolumen. Mit der Option Oferta 7 bekamen wir im Februar 2017 Folgendes:

  • unbegrenzt Minuten/SMS in Vodafone
  • 2.000 was ihr wollt (nationale Minuten/MB/nationale SMS)
  • 5.000 MB Datenvolumen
  • 200 Minuten für EU-Mobilfunknummern

Darüber hinaus gibt es weiteres Datenvolumen, je nachdem, welche Option aktiv ist. Ihr könnt weitere 1.500 Megabyte bekommen, wenn ihr ein kostenloses Vodafone-Konto erstellt und die Option Bonus 1500 MB aktiviert. Ende 2016 gab es von Vodafone 10.000 Megabyte kostenlos, die wir 90 Tage lang nutzten konnten. Und: Man konnte zudem zweimal 5.000 Megabyte an Freunde mit Vodafone-Nummer verschenken (perfekt für den Partner).

Eine weitere gute Eigenschaft des Prepaid-Angebots von Vodafone ist die Option Vorbeşti, Net Primeşti, die übersetzt bedeutet: Reden bringt euch Datenvolumen. Genauer gesagt bekommt ihr:

  • 10 MB/Minute, wenn ihr von einer Person ohne Vodafone-Nummer angerufen werdet
  • 1 MB/Minute, wenn ihr von einer Person mit Vodafone-Nummer kontaktiert werdet
  • 1 MB/Minute, wenn ihr jemanden anruft (unabhängig von der Rufnummer)

Wenn ihr sehr gesprächig seid, könnt ihr monatlich bis zu zehn Gigabyte erhalten.

Neben Oferta 7 gibt es auch teurere Prepaid-Optionen, welche wir nicht benötigten, ihr euch aber ansehen solltet. Mit Oferta 10 könnt ihr kostenlos Vodafone-Rufnummern in Italien und Spanien anrufen; außerdem bekommt ihr zwei Monate HBO Go.

Übrigens: Alle Prepaid-Extraoptionen sind nur 28 Tage (vier Wochen) gültig; ausschließlich Oferta 7 ist fünf Wochen (35 Tage) aktiv – ein weiterer Grund, warum wir uns für diesen Tarif entschieden.

Orange & Telekom

Obwohl wir uns für Vodafone entschieden, solltet ihr die Angebote von Orange und Telekom prüfen.

Bei Orange bekommt ihr für acht Euro (Stand: Februar 2017:

  • unbegrenzte Minuten/SMS im Orange-Netz
  • 2.000 Minuten ins nationale/internationale Festnetz oder SMS; 300 Minuten/SMS können für Anrufe ins EU-Mobilfunknetz verwendet werden
  • 4.000 MB Datenvolumen
  • 8.000 MB als Bonus

Für jeden ausgegebenen Euro gibt es 1.000 Megabyte Datenvolumen als Bonus.

Als wir in Rumänien waren, hatte die Telekom keine aufregenden Angebote für Prepaid-Nutzer. Für zehn Euro pro Monat gab es sechs Gigabyte Datenvolumen (Prepaid-Option: Internet Nelimitat L+). Wenn ihr die Prepaid-Nummer mit zehn Euro auflädt, gibt es einen 200-MB-Bonus, der aber nur 48 Stunden gültig ist. Außerdem gibt es für jede automatische Aktivierung einer Prepaid-Option zehn Prozent mehr Datenvolumen.

RCS-RDS (Digi)

Wir haben bisher einen anderen Anbieter, Digi, nicht genannt, weil seine nationale Abdeckung nicht so groß wie jene der großen Drei ist. Dennoch solltet ihr das Angebot von Digi überprüfen, wenn ihr euch dort befindet, wo die Abdeckung gut ist – in Großstädten ist das der Fall.

Das interessanteste Angebot Dinerovich bringt euch (Stand: Februar 2017):

  • unberenzte Anrufe/SMS im Digi-Netz
  • 400 nationale Minuten
  • 6.000 MB Datenvolumen

Ihr könnt optional 1.000 Megabyte für einen Euro erwerben. Aber: Die angegebenen Preise sind ohne Mehrwertsteuer, sodass ihr weitere 19 Prozent (gültig in 2017) addieren müsst. Der Gesamtpreis für die Prepaid-Option Dinerovich mit einem extra Gigabyte wäre 5,95 Euro pro Monat.

Netzabdeckung mit Landkarten prüfen

Wie wir zuvor im Abschnitt über Digi sagten: Bevor ihr euch für einen Prepaid-Anbieter entscheidet, solltet ihr die Netzabdeckung prüfen:

Telekom ist der einzige Mobilfunkanbieter, der eine unterschiedliche Netzabdeckung für Prepaid-Nutzer und Vertragskunden hat. Letztere kommen in den Genuss einer weitaus größeren Abdeckung, insbesondere im Süden des Landes. Wenn ihr ein oder zwei Jahre in Rumänien bleibt, könnte sich ein Vertrag lohnen.

Das mobile Internet am Notebook nutzen

An dieser Stelle fragt ihr euch bestimmt: Moment, warum kauft ihr euch Prepaid-Karten für eure Smartphones? Ein simpler Grund: Wir haben sie mit unseren MacBooks verbunden.

So ziemlich jedes moderne Smartphone ist in der Lage, das mobile Internet als Hotspot zu teilen. Verbindet euch mit eurem Notebook an diesen Hotspot und ihr habt funktionierendes mobiles Internet – wo immer ihr auch seid.

Die Alternative: Ihr findet auch Internet-Sticks, welche den Bedarf für ein Smartphone eliminieren. Dafür müsst ihr aber ein weiteres Gerät mit euch führen.

Das Prepaid-Angebot in vollem Umfang nutzen

Ein mehrere tausend Megabyte starkes Datenvolumen reicht nicht aus, wenn ihr täglich hunderte Megabyte verbraucht, ohne dass ihr es bemerkt. Deshalb müsst ihr euer Surfverhalten limitieren, entweder durch eure Willenskraft oder mithilfe von Apps. Verzichtet also auf unnötiges Surfen auf Facebook, 9GAG und Co, wenn ihr möglichst lange online sein wollt.

Artikelbild: Gilles Lambert | Unsplash


  1. Der Test wurde mit einem iPhone SE mit einer Signalstärke von 2/5 in Innenräumen ausgeführt ↩︎
  2. rot ist gute Abdeckung, blau ist limitiert ↩︎
  3. je dunkler die Farbe, desto besser das Signal ↩︎
  4. Acoperire 4G cartelă ankreuzen ↩︎

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