vpn für digitale nomaden

VPN für digitale Nomaden – unterwegs sicher und flexibel bleiben

Digitale Nomaden arbeiten von verschiedenen Orten rund um den Erdball. Die Verwendung unsicherer Internetverbindungen kann Probleme mit sich bringen. Lernt im Anschluss, wie ihr einen VPN für digitale Nomaden wählt und warum dieser euch Sicherheit bringt.

Von unterwegs arbeiten bedeutet, dass ihr die Internetverbindung nutzen werdet, die euch eure Arbeitsumgebung oder das Café an der Ecke spendiert. Das Problem: Viele WLAN-Verbindungen sind unsicher. Beim Sniffing von WiFi-Traffic können Passwörter abgefangen werden. Um das zu verhindern, solltet ihr euren Internetverkehr mit einem VPN verschlüsseln.

VPN für digitale Nomaden – die Vorteile

VPN ist die Abkürzung für Virtual Private Network (Virtuelles Privates Netzwerk). Es handelt sich um eine Gruppe von Computern, die innerhalb eines Netzwerkes über das Internet miteinander verbunden ist. Die Verbindung zu einem VPN wird im Regelfall mit einem speziellen Klienten realisiert; es gibt kostenlose Varianten wie Tunnelblick sowie kostenpflichtige Programme.

Um euch einzuloggen, müsst ihr die Daten eintragen, die euer VPN-Anbieter euch offeriert, im Regelfall ein Benutzername und ein Passwort. Danach verbindet ihr euch zum Server und der Traffic ist verschlüsselt.

Angenommen ihr befindet euch gerade irgendwo in Südostasien, wollt aber eure liebste TV-Sendung von der ARD Mediathek oder Netflix anschauen; ihr verbindet euch in diesem Fall einfach mit einem Server in Deutschland. Euch wird eine deutsche IP-Adresse zugewiesen und es wird der Eindruck erzeugt, dass ihr euch in der Bundesrepublik befindet, obwohl ihre tausende Kilometer weit weg seid – das ist einer von vielen Vorteilen eines VPN. Neben der Verschlüsselung könnt ihr auch euren Standort in der Onlinewelt wechseln – und das ist wichtig, wenn man unterwegs ist und Dienstleistungen nutzt, die GEO-Beschränkungen unterliegen.

Die wichtigsten Faktoren bei der Wahl eines VPN-Anbieters

Seitdem Whistleblower Edward Snowden Journalisten Informationen über die Massenüberwachung ausgehändigt hat, nutzen immer mehr Menschen einen VPN – nicht nur Reisende, Freiberufler und digitale Nomaden, sondern auch Otto Normalverbraucher.

Das Problem mit VPN-Anbietern: Es gibt viele von ihnen und die Wahl fällt schwer. Um euch diese zu erleichtern, müsst ihr über Die Vierzehn Augen bescheid wissen (The Fourteen Eyes).

1. Geschäftssitz außerhalb Der Fünf Augen

Die Länder Der Fünf Augen, die Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland, haben eine Vereinbarung, Spionagedaten untereinander auszutauschen. Sie spionieren sich nicht nur gegenseitig aus, obwohl sie vereinbart haben, das nicht zu tun, sie sammeln auch Daten zu anderen Ländern.

Die Fünf Augen kooperieren mit weiteren Ländern (Dänemark, Norwegen, Frankreich, Niederlande) und bilden somit Die Neun Augen. Gemeinsam mit Belgien, Italien, Deutschland, Schweden und Spanien formen alle Länder Die Vierzehn Augen.

Es wird nicht empfohlen, einen VPN-Anbieter mit Geschäftssitz in den USA zu wählen, da das Land datenschutzbedenkliche Überwachungsprogramme besitzt und Redeverbote (gag orders) erteilt.

2. Sichere Zahlungsmittel

Glücklicherweise gibt es zahlreiche VPN-Anbieter, die nicht in den USA sitzen. Diese sind von den dort herrschenden Regeln auch nicht betroffen. Eine ausführliche Liste dieser Anbieter findet ihr auf privacytools.io.

Wir haben Cryptostorm aus Island jahrelang verwendet und waren glücklich.

Cryptostorm hat zwar wenige Server, nimmt aber die Privatsphäre sehr ernst. Kürzlich wechselten wir zu MULLVAD aus Schweden, weil wir eine größere Serverauswahl benötigen.

Neben dem Standort spielen auch die Zahlungsmittel eine wichtige Rolle. Mit Kreditkarten oder PayPal zahlen bringt gewisse Risiken mit sich. Im Idealfall akzeptiert der VPN-Anbieter Bitcoin oder andere digitale Zahlungsmittel.

Weitere sichere Zahlungsmittel:

  • Bargeld
  • Debitkarten
  • Gutscheine

3. Kostenlose Testphasen

Habt ihr jemals eine Dienstleistung erworben und wart am Ende enttäuscht? In solchen Momenten wünscht man sich, man hätte sie vorher testen können – genau das ist bei vielen VPN-Anbietern möglich. Nutzt die kostenlose Testphase, um die Server zu testen, prüft die Geschwindigkeiten und weitere Eigenschaften.

Die Geschwindigkeit testen ist recht einfach: Verwendet Dienste wie speedtest.net, um die Download- und Upload-Geschwindigkeit zu prüfen. Ihr könnt den Test sogar bequem von der Kommandozeile ausführen:

  • speedtest-cli installieren
  • speedtest-cli in Kommandozeile eintragen
  • eine Übersicht über alle Kommandos gibt es mit speedtest-cli -h

4. Keine Abfrage persönlicher Daten

Der Grund, warum wir Cryptostrom gewählt haben, war die fehlende Abfrage persönlicher Informationen – nicht einmal eine E-Mail-Adresse oder ein Benutzername wird abgefragt. Cryptostorm setzt auf ein sehr einzigartiges System: Ihr zahlt für den Dienst und erhält einen Token. Von diesem müsst ihr den sha512-Hash mit dem Konvertierungs-Tool auf der Webseite des Anbieters berechnen. Das Ergebnis ist euer Benutzername – ihr braucht kein Passwort und könnt einfach etwas Zufälliges eintragen.

Als Faustregel gilt: Haltet euch von VPN-Anbietern fern, die mehr als zwei Daten von euch verlangen.

Eine E-Mail-Adresse und ein Passwort – das ist alles, was ein VPN-Anbieter von euch benötigen sollte. Andere wie MULLVAD, zu dem wir gewechselt sind, generieren eine zufällige Benutzernummer für euch, die ihr euch merken müsst. In eurem Konto könnt ihr für den VPN-Dienst für einen Monat oder mehr zahlen.

Wenn ihr eure E-Mail-Adresse aushändigt, solltet ihre eine wählen, die ihr nie zuvor genutzt habt; verwendet sie auch nicht bei anderen Webseiten. Dasselbe gilt für das Passwort: Generiert ein langes, sehr sicheres Passwort und speichert es in einem Passwort-Manager.

5. Kompatibilität mit OpenVPN

Viele VPN-Anbieter haben eigene Software im Angebot, die euch helfen soll, eine Verbindung zu deren Servern aufzubauen. Das Problem: Wenn die Software nicht einsehbar (Open-Source) ist, kann niemand mit Sicherheit sagen, was es auf eurem System anstellt.

Wählt ausschließlich VPN-Anbieter, die Konfigurationsdateien anbieten, mit denen ihr euch per OpenVPN verbinden könnt. OpenVPN-Klienten gibt es für alle drei Desktop-Betriebssysteme sowie iOS und Android.

Abschließendes Wort: Traut keinen (bezahlten) Testberichten

Wenn ihr euch mithilfe von Testberichten im Internet informieren wollt, solltet ihr wissen, dass viele bezahlt sind und vom Werbegeld der Anbieter leben. Haltet euch von VPN-Testseiten fern; die meisten bieten nur gesponsorte Artikel an, die nicht immer die Wahrheit widerspiegeln. Wenn ihr einen VPN-Anbieter testet wollt, nutzt die kostenlose Probezeit oder kauft den Dienst für einen Monat.

Artikelbild: Parker Byrd | Unsplash

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Wir sind zwei ortsunabhängige Personen, man nennt uns auch digitale Nomaden, die ihr Leben von ganzem Herzen genießen. Uns bereitet es große Freude, die Welt zu bereisen. Auf diesem Blog teilen wir unsere schönsten Momente.

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